Alfred Wegener: Die Entstehung der Kontinente und Ozeane (1929)

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5. Geologische Argumente. 95

welche mit diesem Kontinent in unmittelbare Berührung kam, so viel intensiver gefaltet und überfaltet wurde als die Innenkette, Celebes und die Halmaheragruppe. Die Innenkette kam eben niemals in Berühr mg mit Australien; nach Celebes wurden diese gebirgs-bildenden Kräfte erst über die Außenkette als Mittelglied übertragen und mußten demgemäß an Intensität einbüßen; die Halmaheragruppe erreichte noch fast den gleichen innigen Kontakt, der zwischen Australien und der Außenkette bestanden hat. Nimmt man dagegen einen aus dem Bandabecken hervorgehenden Tangentialdruck an, so sollte man die intensivste Gebirgsbildung in der Innenkette und auf Ost-Celebes erwarten."

8. Bei der Erklärung der Gebirgsbildung vermeidet sie die Konstruktion eines Vorlandes mit geologisch wie zoologisch heterogenen Elementen."

9. In dem Zerreißen der Außenkette zwischen den Tukang Besi-und Banggai-Inseln und der dadurch verursachten Aufhebung der Spannung läßt sich eine Erklärung finden für die Unterbrechung der Gebirgsbildung im Unterpliozän, die dann aufs neue, wenn auch weniger intensiv, einsetzte, als im Oberpliozän der Kontakt mit Celebes erreicht wurde."

,,10. Sie gibt eine annehmbare Erklärung für den auffallenden geologischen Unterschied zwischen Celebes westlich und Celebes östlich der Boni-Posso-Depression. Das Erlöschen des aktiven Vulkanismus in Zentral-Celebes und sein Wiedereinsetzen in dessen Nordarm lassen sich auf die gleiche Weise erklären wie die Unterbrechung des aktiven Vulkanismus zwischen Panter und Dammer (Brouwer), nämlich durch Hineindrängen der Außenkette (Ost-celebes) in die Innenkette (Westcelebes)."

11. Das stratigraphische Bild des östlichen Teiles des ostindischen Archipels wird eindeutiger und übersichtlicher. Seit dem jüngsten Paläozoikum dringt eine intermittierende Trans-gression bis zu neogenen Zeiten immer weiter in das Sundaland hinein, in naher Verbindung mit einer gleichzeitigen Bildung und Abscheidung von Randketten. Aus einem Geosynklinalstreifen, der vor dem Rande des mesozoischen Sundalandes lag, entwickelte sich die Außenkette, aus einem anderen Streifen, der vor dem Rande des tertiären Sundalandes lag, entstand weiter im Frühmiozän die Innenkette, wobei die Randketten, die aus der in der Hauptsache neogenen Geosynklinale aufgefaltet waren, noch mit dem Sundaland vereinigt blieben."


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Das Original des Werkes wurde freundlicherweise von der Universitätsbibliothek Köln zur Verfügung gestellt. Einscannen, Bearbeitung und OCR durch Kurt Stüber, Oktober 2003.
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© Kurt Stueber, 2003